Feierliche Ausstellungseröffnung zweier Ausstellungen an der DSA
- 06.02.2026
Das Gedenken an den Holocaust und die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945, vor 81 Jahren, nimmt die Deutsche Schule Athen auch in diesem Schuljahr wieder unter dem Motto „Lebendige Erinnerung“ zum Anlass mit den zwei Wanderausstellungen „Die Deportation der Juden und Jüdinnen aus Ioannina“, eine Arbeit der Humboldt-Universität Berlin mit Fotografien von Holocaust-Überlebenden der Künstlerin Artemis Alcalay und „Griechische Biographien zwischen Besatzung und Holocaust“, eine Ausstellung der Universität Patras, die in Kooperation mit Centropa entstand, an die sechs Millionen Opfer und auch Überlebenden des Holocaust durch die Nationalsozialisten zu erinnern.
Am Montag, dem 26.01.2026, fand die feierliche Ausstellungseröffnung in der Aula der DSA statt. Zahlreiche deutsche und griechische Ehrengäste und RednerInnen aus Bildung, Wissenschaft, Diplomatie und Kunst betonten die Bedeutung des Erinnerns für unsere Gegenwart und Zukunft. „Erinnern“ sei viel mehr als eine bloße Rückschau in die Vergangenheit, sondern ein aktiver Prozess, getragen von Menschen, die ihre Gegenwart aufmerksam wahrnehmen und kritisch hinterfragen, von Menschen, die bereit sind hinzusehen, die Schwachstellen und Gefahren in unseren Gesellschaften zu erkennen und den Mut haben Verantwortung zu übernehmen. Besonders eindrücklich waren die leidenschaftlichen Worte der SchülerInnen des Projekts DSA erinnert. Hier ein Beispiel: „Das Erinnern steht heute an einem besonders kritischen Wendepunkt. Die Menschen, die den Holocaust selbst erlebt haben, werden immer weniger und ihre Stimmen werden immer leiser. Doch genau deshalb beginnt hier unsere Aufgabe, die Aufgabe unserer Generation: das weiterzutragen, was uns die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mitgegeben haben, und es nicht verstummen zu lassen, sondern zu stärken.“ (Olivia Buerger, Kl.11a)
Bereits im Vorfeld haben sich die SchülerInnen des 11.Jahrgangs im Rahmen des EU-Programms CERV, REM HERITAGE – Holocaust Education: Remembrance through Intergenerational Exchange, an dem die Schule seit April 2025 teilnimmt, im Unterricht mit unterschiedlichen Aspekten des Holocaust beschäftigt und ihre Erkenntnisse in filmische Narrative transformiert. Insgesamt 17 Kurzvideos sind aus dieser intensiven Auseinandersetzung entstanden, die auch gleichzeitig Beiträge für den schulinternen Wettbewerb waren. Eine Jury, bestehend aus dem Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Andreas Kindl, Frau Alexandra Patrikiou, Assistenzprofessorin an der Universität Patras, und Frau Annedore Dierker, Schulleiterin der DSA, prämierten an diesem Abend die besten Wettbewerbsbeiträge mit Urkunden und Preisen.
Wir danken an dieser Stelle der Jury und allen teilnehmenden SchülerInnen für ihren engagierten Beitrag zum schulinternen Wettbewerb.
Alle eingereichten Beiträge der SchülerInnen zeigen in eindrücklicher Weise, dass die Auseinandersetzung mit dem Holocaust „mehr als nur eine schulische Aufgabe war“, wie die Schülerin Christy Gnoth Kl. 11a in ihrer Rede am Montag betonte: „Er war ein intensiver Dialog mit den Menschen aus der Geschichte und gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit unserer Gegenwart, aber auch mit uns selbst. Wir diskutierten über aktuelle Formen von Ausgrenzung und Entrechtung und über die Gefahren, die heute besonders vom Aufstieg des Rechtsextremismus und dessen menschenfeindlichen Ideen ausgehen, und darüber, wie wichtig es ist, Zivilcourage zu erlernen und zu leben. Durch dieses Projekt hat sich mein Blick auf den Holocaust verändert. Es ist nicht mehr nur ein Kapitel im Geschichtsbuch. Es ist eine Mahnung, eine Verpflichtung.“
Im Anschluss an den offiziellen Teil boten die beiden Kuratorinnen der Ausstellung, Frau Sabine Hillebrecht und Frau Alexandra Patrikiou, Führungen für das Publikum durch die beiden Ausstellungen an.
Die beiden Ausstellungen blieben bis zum 5.März im Foyer der DSA für das Publikum geöffnet.